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Diese
Frage hat noch nicht viel mit dem rechtlichem Hintergrund
zu tun, aber ich denke, dass man sich diese durchaus
stellen sollte, bevor man sich der Belastung eines Verfahrens
aussetzt. Wenn ich mich ehrlich frage: "Daniela, warum
hast du Jura studiert?" dann antworte ich heute: "Weil
ich auf der Suche nach Gerechtigkeit war". Wenn ich
mich weiter frage: " Und ...? Hast du Gerechtigkeit
gefunden?" Dann muss ich heute sagen: "Nein, zumindest
in dem Studium habe ich das nicht".
Manch einer wird sicher genau diese Ernüchterung nach
einem solchen Verfahren empfinden. Er/sie suchten "Gerechtigkeit",
bekommen vielleicht auch "Recht", können dabei aber
keine Gerechtigkeit empfinden, da keine Strafe der Welt
das, was ihr erlebt habt wieder gut machen kann. Sich
diese Frage im Vorfeld zu stellen und zu beantworten
kann auch deshalb wichtig sein, weil es möglich ist,
dass das Verfahren nicht mit einer Verurteilung des
Täters endet, sondern vielleicht eingestellt
wird oder es gar zu einem Freispruch kommt. Ich denke
es ist wichtig, dass ihr dieses dann nicht als persönliche
Niederlage versteht. Ihr habt auch dann einen ganz persönlichen
"Sieg" errungen, denn ihr habt euch gewehrt, euch gestellt,
habt es laut gesagt, das Schweigen gebrochen und habt
eurem Täter gezeigt, dass ihr nun nicht mehr schutz-
wehr- und hilflos seid.
Welche
Gründe es haben kann, dass ein Verfahren eingestellt
wird oder dass es zu einem Freispruch kommt, werde ich
weiter unten noch genauer erzählen. Ich denke aber,
dass es ganz wichtig ist sich im Vorwege mit dieser
Frage zu beschäftigen, da das Loch in das ihr sonst
möglicherweise hinterher fallen könntet, vielleicht
tiefer ist als das, aus dem ihr grade mühsam rausgeklettert
seid.
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